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Können EA in Prop-Firmen (FTMO usw.) eingesetzt werden?

Veröffentlicht: 2026-07-15Lesezeit: ca. 2 Min
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Können EA in Prop-Firmen (FTMO usw.) eingesetzt werden?

Einen EA nicht mit eigenem Kapital, sondern mit dem Kapital einer Prop-Firma (eines Unternehmens, das nach bestandener Evaluierung Handelskapital bereitstellt) zu betreiben — diese Frage taucht in letzter Zeit immer häufiger auf. Kurz gesagt: EA an sich lassen sich bei den meisten Prop-Firmen einsetzen, aber bei der falschen Art von EA droht der sofortige Ausschluss. Wir ordnen ein, was zum Ausschluss führt und welche Art von EA gut zu Prop-Firmen passt.

Der Kern der Prop-Regeln: das Drawdown-Limit

Die Bewertungs- und Betriebsregeln von Prop-Firmen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, aber nahezu allen gemeinsam ist das Drawdown-Limit.

  • Tägliches Drawdown-Limit (z. B. maximal 5 % des Kontostands pro Tag)
  • Kumulatives (maximales) Drawdown-Limit (z. B. maximal 10 % insgesamt)

Wird dieses Limit auch nur einmal überschritten, folgt sofort der Ausschluss bzw. die Kontosperrung. Nicht das Erreichen eines Gewinnziels, sondern dieses Limit kein einziges Mal zu berühren, ist die Voraussetzung, um bei einer Prop-Firma zu bestehen.

Deshalb führen Martingale und Grid oft zum sofortigen Ausschluss

Hier liegt der entscheidende Punkt. EA-Typen, die offene Verlustpositionen aussitzen — Martingale, Nachkaufstrategien (Nampin) und Grid-Systeme — passen grundsätzlich schlecht zu den Drawdown-Limits von Prop-Firmen.

Diese EA verzichten auf Stop-Loss, um die Trefferquote zu erhöhen, und lassen offene Verluste anwachsen. Meist wirkt die Performance mit hoher Trefferquote solide, doch sobald sich der Markt gegen die Position bewegt, wächst der offene Verlust schlagartig. Dieser offene Verlust schlägt sich direkt im Drawdown auf Equity-Basis nieder und überschreitet damit mühelos die täglichen und kumulativen DD-Limits der Prop-Firma. Selbst wenn der Backtest +5.000 % zeigt, kommt es bei Prop-Firmen ganz normal vor, dass der Ausschluss bereits am ersten Tag erfolgt.

Hinzu kommt: Viele Prop-Firmen verbieten Martingale, Grid, Hedging und HFT (Hochfrequenzhandel) ausdrücklich. Ein Verstoß gegen diese Regeln führt zur Kontokonfiszierung.

Gut geeignet: niedriger Drawdown, fester Stop-Loss, kein Grid

Umgekehrt passen EA mit folgenden Eigenschaften strukturell gut zu Prop-Firmen:

  • Fester Stop-Loss bei jedem Trade: Der offene Verlust kann nicht über die Stop-Loss-Marke hinauswachsen, wodurch der Drawdown kontrolliert bleibt
  • Kein Grid, kein Martingale: kein Regelverstoß
  • Niedriger Equity-Drawdown: die täglichen und kumulativen DD-Limits werden seltener berührt
  • Nur eine Position gleichzeitig: das Risiko bleibt überschaubar

EA nach dem Trendfolge- oder Breakout-Prinzip, deren Equity-Drawdown im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bleibt, lassen sich potenziell innerhalb der kumulativen DD-Limits vieler Prop-Firmen (rund 10 %) betreiben.

Vor dem Einsatz unbedingt prüfen

Die Regeln unterscheiden sich von Prop-Firma zu Prop-Firma erheblich. Prüfen Sie vor dem Einsatz eines EA unbedingt in den Bedingungen der jeweiligen Prop-Firma folgende Punkte:

  1. Sind EA (automatisierter Handel) überhaupt erlaubt? Manche Prop-Firmen verbieten dies
  2. Sind Martingale, Grid, Hedging oder HFT ausdrücklich verboten?
  3. Wie hoch sind die täglichen und kumulativen Drawdown-Limits? Passt der Equity-Drawdown des eingesetzten EA in diesen Rahmen?
  4. Gibt es Handelsbeschränkungen rund um Nachrichten? (manche Prop-Firmen verbieten den Handel vor und nach wichtigen Wirtschaftsdaten)
  5. Gibt es Vorgaben zur Mindesthaltedauer oder Einschränkungen beim Halten von Positionen übers Wochenende?

Die Bedingungen ändern sich. Dieser Artikel stellt allgemeine Überlegungen dar und garantiert kein bestimmtes Verhalten bei einer konkreten Prop-Firma. Die endgültige Entscheidung sollte stets anhand der aktuellen Bedingungen der jeweiligen Prop-Firma getroffen werden.

Selbst überprüfen

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Die realen Daten aller Produkte auf Basis des Equity-Drawdowns sind auf der Verifizierungsseite veröffentlicht. Je niedriger der Drawdown eines Produkts, desto besser passt es zu den Regeln von Prop-Firmen.

Zusammenfassung

  • EA an sich lassen sich bei den meisten Prop-Firmen einsetzen, aber bei der falschen Art droht der sofortige Ausschluss
  • Der Kern der Prop-Regeln sind die täglichen und kumulativen Drawdown-Limits
  • Martingale, Grid und Nachkaufstrategien (Nampin) überschreiten durch offene Verluste leicht die DD-Limits und sind zudem oft laut Bedingungen verboten
  • Gut geeignet sind EA mit niedrigem Drawdown, festem Stop-Loss, ohne Grid und nur einer Position
  • Prüfen Sie vor dem Einsatz unbedingt in den Bedingungen der jeweiligen Prop-Firma, ob EA erlaubt sind, welche Methoden verboten sind und wie hoch die DD-Limits liegen

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