Mehrere EAs gleichzeitig betreiben — MagicNumber und Interferenzvermeidung
Letzte Aktualisierung: 2026-05-20 | Lesezeit: ca. 14 Minuten
Mehrere EAs zu kombinieren kann das Risiko streuen und die Performance stabilisieren. Falsche Konfigurationen können jedoch dazu führen, dass EAs miteinander interferieren und unerwartete Verluste entstehen. Dieser Artikel erklärt die praxisrelevanten Punkte für den sicheren Parallelbetrieb mehrerer EAs.
Inhalt
Vorteile des gleichzeitigen Betriebs mehrerer EAs
Wird nur auf einen EA gesetzt, gerät das gesamte Konto in einen Drawdown, sobald dieser EA in seinem Schwächemarkt operiert. Werden mehrere EAs mit unterschiedlichen Markteigenschaften kombiniert, können andere EAs die Verluste eines einzelnen EAs abfedern und die Kapitalentwicklung glätten.
Um den Diversifikationseffekt zu maximieren, ist es wichtig, EAs mit geringer Korrelation zu wählen. Mehrere EAs auf demselben Währungspaar mit derselben Strategie bringen keine echte Diversifikation. Verschiedene Währungspaare und verschiedene Strategietypen kombinieren — beispielsweise Trendfolger und Mean-Reversion-Strategien.
Die Rolle der MagicNumber
Die MagicNumber ist eine Kennziffer, die einem EA erlaubt, seine eigenen Positionen zu identifizieren. Jede Position trägt diese Nummer, und der EA bearbeitet nur Positionen mit seiner eigenen MagicNumber.
Laufen mehrere EAs auf demselben Konto und hat jeder eine eigene MagicNumber, greifen sie nicht in die Positionen der anderen ein. Sind die Nummern hingegen identisch, kann es passieren, dass ein EA versehentlich Positionen des anderen schließt.
Interferenzen zwischen EAs vermeiden
Neben der MagicNumber sind beim Parallelbetrieb mehrerer EAs folgende Punkte zu beachten:
Jedem EA eine eindeutige MagicNumber zuweisen
Das Wichtigste überhaupt. Die EAs dieser Website werden mit einer voreingestellten eindeutigen Nummer ausgeliefert. Bei manuellen Änderungen auf Dopplungen achten.
Mehrere EAs auf demselben Währungspaar vermeiden
Laufen mehrere EAs auf demselben Instrument, kann die Position des einen die Entscheidungen des anderen beeinflussen. Grundregel: ein Instrument, ein EA.
Ein Chart, ein EA
MT5 erlaubt pro Chart nur einen EA. Für jeden EA einen eigenen Chart öffnen.
Hedging-Konfiguration prüfen
Kauft ein EA ein Instrument, während ein anderer dasselbe Instrument verkauft, entsteht auf Kontoebene eine Hedge-Position. Unbeabsichtigtes Hedging vermeiden.
Kombiniertes Risikomanagement
Das häufigste Versäumnis beim Betrieb mehrerer EAs ist die fehlende Betrachtung des kombinierten Risikos. Ist das Risiko-% jedes EAs auf 1 % eingestellt, beträgt das Kontorisiko im Moment, in dem drei EAs gleichzeitig einsteigen, 3 %.
Hoch korrelierte EAs neigen zudem dazu, gleichzeitig in dieselbe Richtung zu handeln, was das kombinierte Risiko weiter erhöht. Je mehr EAs betrieben werden, desto niedriger sollte das Risiko-% pro EA gesetzt werden.
| Anzahl EAs | Richtwert pro EA | Kombiniertes Risiko (Richtwert) |
|---|---|---|
| 1 | 1,0 % | 1,0 % |
| 2–3 | 0,5–0,7 % | ca. 1,5–2,0 % |
| 4–6 | 0,3–0,5 % | ca. 2,0–2,5 % |
| 7 oder mehr | 0,2–0,3 % | Maximal 2,5 % |
Wie viele EAs kann eine MT5-Instanz gleichzeitig betreiben?
MT5 kann technisch gesehen viele EAs gleichzeitig ausführen, aber das praktische Limit wird durch die Spezifikationen des VPS oder PCs bestimmt. Jeder zusätzliche EA bedeutet mehr Charts und Indikatorberechnungen, was Arbeitsspeicher und CPU belastet.
Auf einem VPS mit 2 GB RAM sind 3 bis 5 EAs realistisch; mit 4 GB RAM können 5 bis 10 EAs stabil laufen. EAs mit aufwendigen Berechnungen oder vielen Indikatoren benötigen mehr Ressourcen.
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