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Wie Spread und Slippage die EA-Gewinne beeinflussen – mit konkreten Zahlen belegt

Veröffentlicht: 2026-05-18Lesezeit: ca. 3 Min
This article reflects information as of its publish date. EA performance figures (PF, DD, annual return) change with live trading and re-validation — check the latest on the EA pages. See the latest EA results

Wie Spread und Slippage die EA-Gewinne beeinflussen – mit konkreten Zahlen belegt

Selbst wenn ein EA im Backtest hervorragende Ergebnisse liefert, kann die reale Performance darunter leiden – einer der Hauptgründe dafür sind die Transaktionskosten. Spread und Slippage fallen bei jedem Trade an und sind „unsichtbare Kostenfaktoren", die sich über die Zeit summieren und die Jahresrendite erheblich belasten können.

Was ist der Spread?

Der Spread ist die Differenz zwischen Kaufkurs (Ask) und Verkaufskurs (Bid). Wenn ein EA handelt, zahlt er automatisch diese Differenz.

Beispiel: XAUUSD
Ask (Kaufkurs):  2.000,50
Bid (Verkaufskurs): 2.000,20
Spread = 0,30 USD = 30 Pips (bei XAUUSD gilt: 1 Pip = 0,01 USD)

XAUUSD-Spread-Vergleich nach Broker

BrokerNormaler SpreadBei NachrichtenereignissenBesonderheiten
XMTrading (Standard)20–35 Pips50–150 PipsStabil, Bonus verfügbar
XMTrading (Zero)2–5 Pips + Kommission10–30 PipsEnger Spread, aber Kommissionsgebühr
Exness (Standard)15–25 Pips40–100 PipsSchnelle Ein-/Auszahlungen
Exness (Raw Spread)0–5 Pips + Kommission5–20 PipsMinimaler Spread

Je kurzfristiger die Strategie (Scalping), desto stärker wirkt sich der Spread aus. Swing-EAs auf H1- oder D1-Basis sind davon verhältnismäßig weniger betroffen.


Konkrete Berechnung der Spreadkosten

Annahme: XAUUSD H1, durchschnittlicher Spread pro Trade 30 Pips (0,30 USD/Lot), 30 Trades pro Monat

LotgrößeSpreadkosten pro TradeMonatliche Gesamtkosten (30 Trades)Jährliche Kosten
0,01$0,03$0,90$10,80
0,10$0,30$9,00$108
0,50$1,50$45,00$540
1,00$3,00$90,00$1.080

Bei 0,10 Lot fallen jährlich $108 an Spreadkosten an. Bei einem Kontostand von $1.000 können die Spreadkosten damit leicht mehr als 10 % der Jahresrendite aufzehren.


Was ist Slippage?

Slippage bezeichnet die Abweichung zwischen dem angeforderten Kurs und dem tatsächlichen Ausführungskurs.

Order:    Market-Buy bei 2.000,00
Ausführung: 2.000,20
Slippage: +20 Pips (zu Ungunsten des Traders)

Bedingungen, die Slippage begünstigen

  • Unmittelbar nach Wirtschaftsdaten-Veröffentlichungen: Vorübergehend geringe Liquidität führt zu Kurslücken
  • In turbulenten Marktphasen: Preisbewegungen sind zu schnell für eine Ausführung zum Wunschkurs
  • Bei Serverüberlastung des Brokers
  • In liquiditätsschwachen Zeiten (z. B. späte Nacht)

Warum Backtest und reale Performance voneinander abweichen

MT5-Backtests verwenden in der Regel einen festen Spread:

Standard-Einstellung im Strategy Tester: fixer Spread (oder aktueller Spread)
Realer Spread: variiert je nach Tageszeit, Nachrichtenlage und Marktbewegung

Typische Abweichungssimulation (100 Trades/Jahr, durchschnittlicher SL 1.000 Pips, TP 1.500 Pips):

Angenommener SpreadBT-PFReales PF (bei doppeltem Spread)
20 Pips fix1,451,30
30 Pips fix1,351,15
50 Pips fix1,200,95

Ein zu gering angesetzter Spread im BT führt zu optimistischeren Ergebnissen als in der Realität.

So macht man BT-Spread-Einstellungen realistischer

Im MT5 Strategy Tester lässt sich der Spread manuell konfigurieren.

Symbol: XAUUSD
Tatsächlicher Durchschnitts-Spread: ca. 30 Pips (XMTrading Standard)
BT-Spread-Einstellung: 30–50 Pips (etwas höher für den Stresstest)

Wenn der PF auch bei einem hohen Spread über 1,2 liegt, ist die Strategie erfahrungsgemäß auch im Livebetrieb stabil.


Die MaxSpreadPoints-Einstellung

Die EAs auf dieser Website verfügen über den Parameter MaxSpreadPoints.

MaxSpreadPoints = 500
→ Wenn der Spread mehr als 50 Pips (500 Points) beträgt, wird kein neuer Trade eröffnet.

Diese Einstellung schützt vor ungünstigen Ausführungen bei sprunghafter Spread-Ausweitung unmittelbar nach Wirtschaftsdaten-Veröffentlichungen.

Empfohlene Einstellungen nach Währungspaar

WährungspaarNormaler SpreadEmpfohlene MaxSpreadPoints
XAUUSD (H1)20–40 Pips500–800
EURUSD (H1)5–15 Pips200–300
USDJPY (H4)10–30 Pips300–500
GBPUSD (M15)10–25 Pips150–250

Gerade beim Scalping (z. B. GBPUSD M15) ist ein konsequentes Spread-Management besonders wichtig – hier sind engere Grenzwerte erforderlich.


Praktische Maßnahmen zur Reduzierung von Slippage

1. Limit-Orders statt Market-Orders verwenden

Market-Orders werden sofort zum aktuellen Ask/Bid ausgeführt, können aber bei starken Kursbewegungen erhebliche Slippage erzeugen. Die meisten EAs arbeiten allerdings standardmäßig mit Market-Orders.

2. Den Slippage-Parameter einstellen

Die OrderSend-Funktion in MT5 erlaubt es, einen Slippage-Toleranzwert (maximale Kursabweichung) festzulegen. Die EAs dieser Website verwenden standardmäßig Slippage = 30 (30 Pips) – übersteigt die Slippage diesen Wert, wird die Order abgelehnt.

3. Zeiten mit geringer Liquidität meiden

  • In den frühen Morgenstunden (Serverzeit 00:00–02:00 Uhr) ist die Liquidität gering
  • In den 30 Minuten vor und nach Wirtschaftsdaten-Veröffentlichungen weitet sich der Spread häufig aus
  • Hinweise dazu finden sich in der Einstellung UseNewsFilter

4. ECN/STP-Broker wählen

ECN-Broker wie Exness Raw Spread oder XMTrading ZERO bieten engere Spreads, erheben dafür jedoch Kommissionen. Bei Hochfrequenz-EAs empfiehlt sich ein Gesamtkostenvergleich, bevor man eine Entscheidung trifft.


Zusammenfassung

Spread und Slippage sind Kosten, die bei jedem einzelnen Trade anfallen und die Langzeitergebnisse eines EA direkt beeinflussen.

  • BT-Spreads sind oft niedriger angesetzt als in der Realität – daher sollte man den Backtest mit realistischen Spread-Werten erneut prüfen.
  • Mit MaxSpreadPoints lassen sich Einstiege bei extremer Spread-Ausweitung verhindern.
  • Je kürzer die Handelsstrategie (Scalping), desto wichtiger sind Broker-Wahl und Spread-Management.

Die „unerklärliche" Lücke zwischen Backtest- und Live-Performance ist in vielen Fällen auf unterschiedliche Spread-Einstellungen zurückzuführen. Überprüfen Sie als erstes die Spread-Einstellungen Ihres Backtests.


FAQ

F: Welches XMTrading-Konto eignet sich besser für EAs – Standard oder Zero?

Das hängt von der Handelsfrequenz ab. Für Swing-EAs mit 10–30 Trades pro Monat ist das Standard-Konto (reiner Spread ohne Kommission) häufig vorteilhafter. Bei Scalping-EAs mit mehr als 100 Trades pro Monat kann das Zero-Konto (enger Spread plus Kommission) insgesamt günstiger sein. Berechnen Sie die jährlichen Gesamtkosten für Ihr jeweiliges Währungspaar, bevor Sie sich entscheiden.

F: Wie kann ich den aktuellen Spread in MT5 überprüfen?

In MT5: Rechtsklick auf das Währungspaar → „Spezifikation" → Spalte „Spread". Alternativ können Sie die Differenz zwischen Bid und Ask im Fenster „Marktübersicht" ablesen. Der Spread ändert sich in Echtzeit kontinuierlich.

F: Lässt sich Slippage durch Einstellungen vollständig eliminieren?

Nein. Solange Market-Orders verwendet werden, hängt die Slippage von der Marktliquidität ab. Ein zu niedrig angesetzter Slippage-Parameter kann dazu führen, dass Orders gar nicht ausgeführt werden – besonders direkt nach Wirtschaftsdaten-Veröffentlichungen.

F: Auf welchen Wert sollte ich den BT-Spread setzen?

Ermitteln Sie den tatsächlichen Durchschnitts-Spread Ihres Brokers und führen Sie den Backtest mit dem 1,5- bis 2-fachen dieses Wertes durch. Die Grundidee: „Wenn die Erwartungswert selbst bei doppeltem Spread positiv bleibt, ist die Strategie auch live stabil."

F: Wo finde ich die Spread-Informationen für Exness?

Auf der Exness-Website (exness.com) unter „Handelsbedingungen" sind die Spread-Informationen für jedes Währungspaar aufgeführt. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um Richtwerte handelt – der tatsächliche Spread variiert je nach Marktlage.


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